Lebenspraktische Förderung

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Lebenspraktische Förderung bedeutet die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, um eine eigenständige Lebensbewältigung des Kindes im Rahmen seiner Möglichkeiten zu fördern.

Pflegemaßnahmen sind wichtig für das körperliche und seelische Wohlbefinden des Kindes unter drei Jahren.

Körperpflege (Sauberkeitserziehung), Schlafbedürfnisse und das Einnehmen der Mahlzeiten haben für die Kinder eine elementare Bedeutung und werden einen großen Raum im Tagesablauf einnehmen.

In der lebenspraktischen Förderung muss ein intensiver Erfahrungsaustausch mit den Eltern stattfinden.

 

Hinführen zum selbständigen Essen:

Das einzelne Kind wird unterstützt und begleitet bis es in der Lage ist, selbständig zu essen. Das Trinken aus dem Glas, das Essen mit einem Löffel, das Kauen und später auf die Sauberkeit der Kleidung, des Tisches zu achten und auf die Anderen Rücksicht zu nehmen, sind Inhalte dieser Förderung.

Die Kinder werden soweit wie möglich in die praktische Durchführung und Nachbereitung der Essenszeiten einbezogen.

Da die Kinder sehr individuelle Kost zu sich nehmen werden (Flaschennahrung, Beikost, feste Nahrung), sollen die Eltern jeweils das Frühstück oder Mittagessen ihren Kindern mitgeben.

 

Für die Kinder ab drei Jahren sind die Übungen des praktischen Lebens von hoher Bedeutung. Antriebskraft für diese Übungen ist vor allem der natürliche Bewegungsdrang und die Funktionslust der Kinder. Einerseits werden nützliche Fertigkeiten gelernt, zum anderen werden die Bewegungen geordnet, verfeinert und koordiniert. Erst später achten die Kinder dann mehr auf Genauigkeit und das Ergebnis wird wichtig (Entwicklung von Ehrgeiz etc.). Die Tätigkeiten, wie z. B. Backen, Kochen, Einkaufen, Spülmaschine einräumen, Schuhe putzen, Tee kochen, geben dem Kind das Selbstvertrauen, etwas zu können, bis sich ihre Arbeiten schließlich als Beiträge zum gemeinsamen Leben in der Gemeinschaft zusammenfügen.

 

In der Sonnenkäfereinrichtung werden Ganztägig ausreichend Getränke bereitgestellt.

Das gemeinsame Essen am Tisch wird durch Rituale und Regeln unterstützt. So werden wir z. B. gemeinsam mit dem Essen beginnen (Aufsagen eines Spruches) und jeder wird seinen festen Platz am Tisch bekommen.

Bei der Zubereitung der einzelnen Mahlzeiten der Kinder werden hygienische Vorschriften sowie die ernährungsphysiologischen Aspekte berücksichtigt. Gesundheitszeugnisse der Mitarbeiter liegen vor, sowie die gesetzlich vorgeschriebene jährliche Unterrichtung der hygienischen Vorschriften seitens der Einrichtungsleitung wird umgesetzt und schriftlich festgehalten.

 

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Körperpflege:

Ein respektvoller Umgang mit dem Kind, viel Zeit und Ruhe sowie das verbale Ankündigen jeder Handlung werden in der Pflegesituation sehr wichtig sein. Die Körperpflege wird dem Kind ermöglichen, einen Moment der Ruhe im Tagesablauf zu erleben, bei dem es eine pädagogische Mitarbeiterin ganz für sich alleine hat. Es wird sprachliche Zuwendung, Anregung, Zärtlichkeit und Körperkontakt bekommen. Das Kind kann sich aktiv an dem Pflegevorgang beteiligen, es wird ihm Zeit zum Ausprobieren und zum Selbsttun gegeben.

So gelangt das Kind vom anfänglichen Versorgtwerden zu zunehmender Selbständigkeit in der Körperpflege.

Mit zunehmender Selbständigkeit übernimmt das Kind somit Teilbereiche seiner Pflege wie Hände und das Gesicht waschen, oder Zähne putzen und eincremen.

Die nötigen pflegerischen Maßnahmen der einzelnen Kinder sollen in der Einrichtung unter Berücksichtigung der hygienischen und fachlichen Vorschriften (z. B. Seifenspender, Hand- und Flächendesinfektionsmittel) durchgeführt werden.

 

Sauberkeitserziehung:

Mit zunehmendem Alter entwickelt das Kind die innere Bereitschaft zum „Sauber werden“. Das heißt für ein Kind unabhängiger und selbstbestimmter zu werden.

Wenn dem Kind Vertrauen und ausreichend Zeit entgegengebracht wird, kann es seinem Rhythmus entsprechend, das Ziel „sauber zu sein“ erreichen.

Für die pädagogische Arbeit heißt das, genügend Zeit zum Ausprobieren zu lassen, keinen Zwang auszuüben sowie misslungene Versuche nicht zu bewerten. Das Kind soll bestätigt und ermutigt werden.

 

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Zu der lebenspraktischen Förderung gehört außerdem die Umweltorientierung. Die Kinder sollen lernen sich in ihrem Lebensumfeld zu orientieren (im Gruppenraum, in der gesamten Einrichtung) und die äußeren Gegebenheiten (Außenfläche, ortsgebundene Angebote) kennen lernen (Wochenmarkt, Enten füttern, Karussellbesuch, Spielplatz, Schlosspark etc.).

Derartige Begegnungsmöglichkeiten sind für  Kinder wichtige Erfahrungsräume für eine ganzheitliche Entwicklung. Angebote zur Stadtteilorientierung müssen so konzipiert sein, dass sie darin sowohl die Geborgenheit mit der unmittelbaren Bezugsperson erleben sollen, als auch eine Neugierde für neue Begegnungen entwickeln können.